Profil Online — Magazin für Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Schädlingsbekämpfung und Biotechnologie

Grüne Gentechnik VII – Züchtung besserer Reissorten

Reis wird gepflanzt

Für die Hälfte der Menschheit ist Reis das wichtigste Nahrungsmittel. In Asien werden drei Reismahlzeiten pro Tag verzehrt. Je nach Land kommen dabei im Jahr 70 bis 190 kg pro Kopf zusammen. Reis wird aber auch zu Stärke, Reisöl, Flocken oder Nudeln verarbeitet. Und vielleicht in Zukunft auch zur Schluckimpfung gegen Heuschnupfen? Viele Gründe also, um fieberhaft an der Entwicklung neuer ertragreicher und nährstoffreicher Sorten zu arbeiten. Wichtige Ziele sind ebenfalls widerstandsfähige Sorten gegen Schädlinge sowie pilzliche-, bakterielle- und Virus-Erkrankungen. Die Gentechnik liefert hier einen wichtigen Beitrag.

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Datum: 02.02.2010 // Rubrik: Umwelt & Verbraucher // Thema: Agrarforschung, Nahrungsmittel, Züchtung

Neue Reissorte widersteht Kälte

Reisbauern warten ungeduldig auf kälteresistente Reissorten

In manchen Regionen – wie hier in Nepal – können Kälteeinbrüche zur Sterilität der Reispflanzen führen. Eine neue Züchtung soll diesen Kältephasen widerstehen können.

Unerwartete Kälteeinbrüche führen in Südkorea und China immer wieder zu drastischen Ernteausfällen. Ähnliches passierte im Dezember 2009 im indischen Staat Orissa und in Vietnam im Februar 2008. Da die Ertragssteigerungen in der Reisproduktion nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten, soll eine kältetolerante Reissorte helfen, Ernten zu sichern. So könnten auch Anbaugebiete, die bislang nur als bedingt geeignet galten, für den Reisanbau genutzt werden. Reis ist das Grundnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Menschheit und macht in Asien 80 Prozent der gesamten Nahrung aus. 90 Prozent der weltweiten Reisernte wird von Kleinbauern und -bäuerinnen erzeugt. Weltweit größter Reisproduzent ist China.

Reispflanzen entwickeln keine fruchtbaren Pollen und deshalb auch keine Körner, wenn sie zu lange zu niedrigen Temperaturen ausgesetzt sind. Einem Forscherteam des Internationalen Reisforschungs-Instituts (IRRI) auf den Philippinen ist es nun gelungen, die Gene für Kältetoleranz zu identifizieren. Nach gezielten Kreuzungen verschiedener Sorten entstand eine neue Variante, die Kälteeinbrüche unbeschadet überstehen kann. Die Variante wird bereits in Südkorea und Bangladesh intensiv getestet.

Das Ausmaß des „Kälte“-Problems wird auf einer Landkarte mit den Reisanbaugebieten in tropischen Regionen mit kühlen Temperaturen und Hochland-Flächen mit entsprechenden Erfahrungen demonstriert. Die IRRI-Pflanzenexperten berichten beispielsweise von philippinischen Reis-Farmern in Hochland-Regionen, die ungeduldig auf die kältetolerante Reissorte warten.

IRRI’ s Klimawandel-Forscher Dr. Reiner Wassmann wundert sich darüber, dass die Landwirtschaft und damit auch die Reis-Produktion im Abschluss- Kommunique der 15. UN Klima-Konferenz, die im Dezember 2009 in Kopenhagen stattfand, keine Erwähnung finden. Dabei haben nicht erst die jüngsten extremen Kälteeinbrüche in USA und Europa gezeigt, welche Probleme durch Temperaturänderungen entstehen können.