Apollofalter und Fetthenne wieder da
Der Apollofalter (Parnassius apollo) hat sich im Moseltal wieder etabliert. Noch vor zehn Jahren war er fast völlig verschwunden. Nun bevölkern er und seine Wirtspflanze Weiße Fetthenne (sedum album), die Steilhänge der Untermosel. Pheromonfallen anstelle von Insektiziden und die Wiederansiedlung der Fetthenne haben dazu beigetragen. Parnassius apollo kommt in Deutschland neben der Mosel nur noch in der Schwäbischen Alb und im Altmühltat vor.
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Der Sumpfschachtelhalm: Gift für Wiederkäuer, biologisch wertvoll im Sinne der Artenvielfalt
Für die Landwirtschaft zählt der Sumpfschachtelhalm zu den unerwünschten Pflanzen. Mit Blick auf die biologische Vielfalt sind Schachtelhalme anders zu betrachten: Sie zählen mit rund 375 Millionen Jahren zu den ältesten Gefäßsporenpflanzen der Welt. Den Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), im Volksmund auch Zinnkraut genannt, nutzte man aufgrund seines Gehalts an Kieselsäure lange als Scheuermittel. Auch als Heilpflanze findet der Ackerschachtelhalm unter anderem aufgrund seiner harntreibenden Eigenschaften Verwendung. Der giftige Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre) bereitet vor allem den Wiederkäuern ernsthafte gesundheitliche Probleme.
Weidetiere vor giftigem Jakobskreuzkraut schützen
Das stark giftige Jakobskreuzkraut breitet sich auf Wiesen und Weiden aus, aber auch an Bahndämmen, auf Schuttplätzen, an Straßenrändern von Autobahnen und Landstraßen oder auf öffentlichem Grün. Verwandte Arten bilden die gleichen giftigen Alkaloide, wie etwa das Gemeine Kreuzkraut, das vielfach in Hausgärten auftaucht. Auf Weideflächen meiden Pferde und Rinder das Jakobskreuzkraut, weil es bitter schmeckt und unangenehm riecht. Aber mit Heu oder Silofutter nehmen sie die giftigen Stoffe auf. Die Alkaloide können auch im Honig aus Kreuzkrautpollen vorkommen oder in der Milch von Kühen und Ziegen. Kreuzkräuter sollten deshalb mit Kulturmaßnahmen und geeigneten Herbiziden bekämpft werden.
Giftpflanzen - ein Handbuch...
Ein Buch, das man nicht nur aufschlägt, wenn man wissen will, ob Pflanzen an einem Kinderspielplatz giftig sind oder welche Pflanzenteile unbedenklich in der Küche verwendbar sind. Auch ohne konkreten Anlass kann man viele giftige Pflanzenarten näher kennenlernen. 338 Farbfotos von Blättern, Früchten oder Blüten helfen, Pflanzen in Haus und Garten, in Parkanlagen oder in freier Natur selbst zu bestimmen. Der aufmerksame Leser kann sich so die wichtigsten Grundkenntnisse über Pflanzen aneignen.
Die Herbstzeitlose ist die Giftpflanze des Jahres 2010
Die Wahl zur Giftpflanze 2010 sollte nicht die Freude an den
rosa-lila Blüten der Herbstzeitlosen mindern, die sich im Spätsommer
auf Wiesen und Weiden entfalten. Giftig ist das Wiesenunkraut
allerdings in allen seinen Teilen. Und das kann für junge Weidetiere –
außer Schafe und Ziegen – gefährlich werden, wenn sie die im Frühjahr
sprießenden Blätter fressen. Deren Giftwirkung bleibt übrigens auch im
Heu erhalten. Da die Blätter denen des Bärlauchs gleichen, heißt es
auch für die Menschen: Vorsicht, nicht pflücken! Weder die Blätter noch
die Blüten.
Mehr zum Wahlausgang und zur Giftigkeit der Herbstzeitlosen:
Infos über die Mitbewerber unter Von Natur aus giftig: manche Pflanzen nur mit Abstand bewundern
ein Portrait der Herbstzeitlosen unter: Gefährliche Schönheit: Die Herbstzeitlose – Portrait eines Wiesenunkrauts
Eine Giftpflanze stellt Kommunen vor kaum lösbare Aufgaben
Mit den sommerlichen Temperaturen und vor allem mit der intensiveren Sonnenbestrahlung steigt auch die giftige Wirkung der Herkulesstaude. Schmerzhafte Quaddeln und Hautverätzungen können durch eine Berührung ausgelöst werden. Ob in oder um Hamburg, Frankfurt, Berlin, Gießen, Zwickau oder Saarbrücken, im Harz oder der Eifel, vor allem aber in Nordrhein-Westfalen ist die wuchernde Staude seit Jahren anzutreffen. Bevorzugte Standorte sind Straßenraine, Wiesen, Waldraine und feuchte Flussauen. Vor der Ansiedlung als Gartenzierpflanze wird gewarnt.
Von Natur aus giftig: manche Pflanzen nur mit Abstand bewundern
Hautkontakt vermeiden
Die riesigen Blütendoldenteller der Herkulesstaude sind ein beliebter Nahrungsplatz für unzählige Insekten, Menschen drohen dagegen schwere Hautschädigungen. Dafür reicht schon ein leichter Hautkontakt mit den Blättern der imposanten Pflanze und anschließende Sonneneinstrahlung. Auf den richtigen Umgang mit Giftpflanzen will der Botanische Sondergarten Wandsbek mit der Wahl der Giftpflanze des Jahres aufmerksam machen. Er empfiehlt nachdrücklich, die Herkulesstaude nicht im Garten oder in der Natur anzupflanzen. Vorhandene Gewächse sollten sorgfältig entfernt werden. Dazu ist Schutzkleidung erforderlich.
Gefährliche Schönheit: Die Herbstzeitlose - Portrait eines Wiesenunkrauts
Im Spätsommer entfaltet das giftige Wiesenunkraut seine blasslila bis rosa Blüten. Vergiftungen durch das Alkaloid Colchicin treten vor allem im Frühjahr auf, wenn Weidetiere die Blätter und Fruchtkapseln der Herbstzeitlosen fressen. Jungvieh ist dabei stärker gefährdet als ältere Tiere, die die frischen Pflanzen im Allgemeinen meiden. Nur Schafe und Ziegen scheinen die Blätter ohne Reue genießen zu können. Allerdings geht das Colchicin in die Milch über. Da die giftigen Eigenschaften beim Trocknen der Pflanze nicht verschwinden, können sie auch durch die Heufütterung beim Vieh Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Selbst Kinder sind gefährdet, wenn sie im Frühjahr mit den ausgereiften, braunen Fruchtkapseln der Pflanze spielen, in denen die kugeligen Samen so schön klappern.
Giftpflanze des Jahres 2007: Der Rote Fingerhut
In einer Online-Abstimmung wurde der Rote Fingerhut zur Giftpflanze des
Jahres 2007 gewählt. Schon der Verzehr von zwei oder drei Blättern
führt zu schweren Vergiftungen. In der richtigen Dosierung hingegen
geben die Inhaltsstoffe schwachen Herzen neue Kraft.
Das Pfaffenhütchen – Giftpflanze des Jahres 2006
Zur Giftpflanze des Jahres 2006 wurde das Pfaffenhütchen gewählt. Seine rosa- bis karminroten Fruchtkapseln, die den Strauch von August bis Oktober zieren, erinnern an die Kopfbedeckung katholischer Geistlicher. Die auffälligen Gebilde reizen besonders Kinder zum Verzehr. Als Folgen sind allerdings in letzter Zeit eher leichte Vergiftungssymptome beobachtet worden. Sie können sich nach der Einnahme weniger Früchte in Übelkeit, Bauchschmerzen, Würgen und spontanem Erbrechen äußern. Nach älteren Angaben wurden 8 bis 15 Stunden nach dem Verzehr auch schon Kreislaufstörungen, Fieber und Kollapserscheinungen ausgelöst. Blätter und Rinde der Pflanze sind ebenfalls giftig.
Eisenhut – bis Oktober in Blüte
Wegen seines hohen Zierwerts wird vor allem der Blaue Eisenhut in vielen Gärten angepflanzt und in der Floristik verwendet. Beim Pflücken der Stängel oder Umpflanzen sollte man den Hautkontakt mit allen Pflanzenteilen vermeiden (Handschuhe). Es kann sonst zu Hautentzündungen oder schweren Vergiftungen kommen. Der Eisenhut sollte in Staudenrabatten möglichst nicht am Rand, sondern in der Mitte stehen. Der höchste Gehalt des Gifts Acotinin ist in den knolligen Wurzelstöcken und im Samen enthalten. In der Natur kommt der Eisenhut in den Alpen, zerstreut aber auch in den höheren Mittelgebirgen Deutschlands vor.
